Schlagwort: Musikförderung

Deutscher Jazzpreis feiert 2021 seine Premiere

live Konzert

Der Deutsche Jazzpreis wird im Juni 2021 erstmals von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verliehen, das teilte die Initiative Musik in einer Pressemitteilung mit.
„Jazz ist eine markante Gattung in unserer vielfältigen Musiklandschaft. Aus diesem Grund fördert der Bund die Jazzkultur in Deutschland auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel mit der Schaffung eines Zentrums für Jazz und improvisierte Musik in Berlin oder mit dem Deutschen Jazzpreis. Mit dieser Auszeichnung werden wir die Vielfalt, Kreativität und kommunikative Kraft des Jazz ins verdiente Rampenlicht rücken und herausragende künstlerische Leistungen mit dotierten Preisen würdigen. Die Jazzmusikszene baut seit jeher klingende Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, sie steht für Mut, Austausch, Kooperation – und ist damit auch ein Spiegelbild unserer pluralistischen Gesellschaft. Genau diese Weltoffenheit wollen wir in Zukunft weiter unterstützen.“

Prämierung künstlerischer Leistungen im Jazz

In 31 Kategorien werden besondere nationale wie internationale künstlerische Leistungen im Jazz prämiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Musikerinnen und Musiker, für die es in der Hauptkategorie 1: Künstlerinnen und Künstler insgesamt 17 Auszeichnungen geben wird. Darüber hinaus werden in vier weiteren Hauptkategorien 14 Auszeichnungen für Aufnahme/Produktion, Live, Komposition/Arrangement sowie drei Sonderpreise verliehen. Die Auszeichnungen sind mit mindestens 10.000 Euro dotiert.

Bewerbungen ab sofort möglich

Der Deutsche Jazzpreis ist ein Projekt der Initiative Musik. Ab sofort und bis zum 10. Januar können in 11 Kategorien Bewerbungen eingereicht werden, zum Beispiel für die nationalen wie internationalen Alben des Jahres Instrumental oder Vokal sowie die Debüt-Alben. Darüber hinaus sind Einreichungen für Rundfunkproduktionen, das Festival des Jahres, die besten Kompositionen sowie Arrangements und besondere journalistische Leistungen möglich.

Für den Deutschen Jazzpreis wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ein 11-köpfiger Fachbeirat berufen, der maßgeblich an der Konzeptentwicklung mitwirkte.

Corona-Krise: Initiative Musik startet Spendenkampagne für Musiker*innen

Corona-Hilfsprogramm der Initiative Musik für MusikerInnen

Mit einem Hilfsprogramm unterstützt das deutsche Förder- und Exportbüro Musiker*innen in der aktuellen Ausnahmesituation, in der wichtige Konzerteinnahmen ausfallen. Das Programm wird durch die Einnahmen einer Spendenaktion ermöglicht.

Anträge für Hilfsprogramm ab Ende April möglich

Im Mittelpunkt stehen in Deutschland lebende professionelle Musiker*innen in finanzieller Notlage – aus den Bereichen Rock, Pop, Jazz, Hip-Hop, Metal, experimentelle und elektronische Musik. In der ersten Phase des Hilfsprogramms geht es um die fehlenden Einnahmen aus Auftritten in der Zeit vom 13. März bis Ende Mai 2020. Die Musiker*innen müssen für diesen Zeitraum mindestens 5 ausgefallene Shows nachweisen. Die Höhe des Zuschusses aus dem Hilfsprogramm soll 1.000 Euro pro Musiker*in betragen. Onlineanträge sind auf der Website der Initiative Musik voraussichtlich ab Ende April 2020 möglich. Die ersten Zuschüsse werden voraussichtlich ab Anfang Mai 2020 überwiesen.

Sonderausschuss der Jury gebildet

Zur Vergabe der Zuschüsse wurde aus der Jury für Künstler*innenförderung der Initiative Musik ein Sonderausschuss aus drei Mitgliedern gebildet. Dieser ist so zusammengesetzt, dass möglichst viele Facetten der Musikkultur vertreten sind:

  • Mark Chung: geschäftsführender Gesellschafter des Freibank Musikverlags und Vorstandsvorsitzende des VUT
  • Stefanie Marcus: die Berliner Musikmanagerin betreibt seit 1992 das Label Traumton Records, das sich auf Jazz und Weltmusik spezialisiert und über 300 Alben produziert und veröffentlicht hat.
  • Oliver von Felbert: Der Kölner Musik- und Labelmanager Oliver von Felbert betreibt seit 2002 das Label Melting Pot Music. Davor war er u.a. als Musikjournalist für SPEX, Viva und ARTE sowie als A&R bei einem Kölner Vertrieb tätig.

3 Fragen zum Hilfsprogramm an Ina Keßler,
Geschäftsführerin der Initiative Musik

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik beantwortet Fragen zum Corona-Hilfsprogramm der Initiative Musik für MusikerInnen
Ina Keßler – Foto: Martin Dziuba / Initiative Musik

Warum noch ein Hilfsprogramm für Musiker*innen?
Der Bund und die Bundesländer haben mit den unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen, wie z.B. den Hilfspaketen für Soloselbstständige aus der Kreativwirtschaft, ganz wichtige Maßnahmen gestartet, die zahlreichen Musikschaffenden helfen. Allerdings gibt es auch einige Lücken und regionale Unterschiede. Genau da setzen wir an, um möglichst unbürokratisch zu helfen.

Wieso wird dieses Förderprogramm, anders als die bisherigen Programme der Initiative Musik, über Spenden finanziert?
Wir sind gerade dabei, all unsere Förderprogramme gemeinsam mit dem zuständigen Referat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien so anzupassen, dass wir Musikschaffende und Clubs auch in dieser schwierigen Situation unterstützen können. Gleichzeitig wurde uns im Verlauf der Krise von Personen und Unternehmen insbesondere aus der Musikbranche eine solidarische Spendenbereitschaft signalisiert. Da Spenden in unseren bisherigen Programmen nicht vorgesehen sind und zahlreiche Musikerinnen und Musiker unter den fehlenden Konzerteinnahmen leiden, haben wir entschieden, kurzfristig ein neues spendenfinanziertes Förderprogramm auf die Beine zu stellen.

Wer soll konkret mit diesem Hilfsprogramm unterstützt werden?
Hier bleiben wir unserer Zielgruppe treu. Wir wollen den Musikerinnen und Musikern aus den Bereichen Pop, Hip-Hop, elektronische Musik bis hin zu Rock oder Jazz finanziell unter die Arme greifen und so die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern.

Spenden ab sofort möglich

Alle Einnahmen der Spendenkampagne fließen in das Hilfsprogramm. Spenden sind ab sofort bei startnext.com und direkt über das Spendenkonto der Initiative Musik möglich. Spotify Germany hat sich entschieden, die Initiative Musik kurzfristig in sein internationales Hilfsprogramm Spotify COVID-19 Music Relief aufzunehmen. Der Musik Streaming Service wird eine Spende leisten und zudem die eingehenden Spenden verdoppeln (bis zu einem Gesamtbetrag von 10 Millionen Dollar weltweit), so dass in der ersten Projektphase des Programms zahlreiche Musiker*innen unterstützt werden.

Spendenkonto

Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH
IBAN: DE04 2008 0000 0383 9539 15
BIC: DRESDEFF200
Verwendungszweck: Hilfsprogramm

Neues Förderprogramm für Kleinkonzerte

Live 100 startet am 3. Februar

Mit „Live 100“ startet die Initiative Musik in Kooperation mit der LiveKomm ein neues Förderprogramm für Livemusikspielstätten. Live 100 richtet sich gezielt an kleine Clubs, sogenannte „Grassroots Venues“, die jungen Bands und experimentellen Formaten eine Bühne bieten. Diese „Grassroot“-Konzerte werden mit 200 Euro pro Veranstaltung gefördert. Dabei gehen 100 Euro an den Club und 100 Euro als Gagenanteil an die auftretenden KünstlerInnen. Live 100 soll einen Anreiz schaffen, mehr solcher Kleinkonzerte zu veranstalten, die ein finanzielles Risiko darstellen, da sie meist mit niedrigen Eintrittserlösen einhergehen.

Schwelle zum Live-Auftritt unverändert hoch

Martin Eifler, Referatsleiter bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), sieht Live 100 als wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt: „Man kann sich auf den Standpunkt stellen: Gute Musik wird sich durchsetzen, das war schon immer so! Aber die Musikwelt hat sich über die Jahrzehnte verändert. Nie wurde zwar mehr Musik gehört als heute, nie war es auch einfacher, Musik zu produzieren und zu verbreiten. Aber die Schwelle zum Live-Auftritt, durch den man künstlerische Kompetenz vor Publikum aufbauen kann und der später die wirtschaftliche Existenz im Musikgeschäft absichern soll, bleibt unverändert hoch und noch immer mit großen Risiken verbunden. Hier bietet das neue Förderprogramm Live 100 der Initiative Musik eine unbürokratische finanzielle Hilfe, Risiken für Musikerinnen und Musiker und für die kleinen Clubs zu begrenzen und damit auch zur Bewahrung kultureller Vielfalt und künstlerischer Freiheit beizutragen.“

Kleiner Zuschuss – große Wirkung für junge Bands und experimentelle Formate

Im Bereich der „Grassroot“-Konzerte kann schon ein verhältnismäßig geringer Zuschuss wie 100 Euro pro Band und Club eine entscheidende Wirkung erzielen. So kann der Club mit diesem Betrag die Nebenkosten der Konzerte annähernd decken. Durch Live 100 profitieren erstmals die auftretenden KünstlerInnen sowie die Clubs gemeinsam direkt von einem Förderprogramm auf Bundesebene.

Karsten Schölermann, Vorstandsmitglied der LiveKomm, der das Programm mitentwickelt hat, sagt: „Die Intention, die uns bei der Konzeption von Live 100 begleitete, ist die Erzeugung eines Schulterschlusses zwischen Clubbetreiberinnen und Clubbetreibern und den gleichberechtigt geförderten Künstlerinnen und Künstlern. Damit verbunden sind etliche positive Effekte: Mehr Auftritte für Nachwuchsbands in renommierten Musikclubs wie auch der Aufbau neuer Publikumsstrukturen für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler. Insgesamt erhoffen wir uns eine stark ansteigende Anzahl von Kleinkonzerten, die mithelfen wird, den Musikstandort Deutschland von der Basis her zu stärken. Als LiveKomm fordern wir die Clubszene auf, zahlreiche Anträge zu stellen.“

Im Programm Live 100 können Clubs eine Förderung für bis zu 48 Kleinkonzerte beantragen. Bezuschusst werden Konzerte mit einem Eintrittsumsatz von bis zu 1.500 Euro (max. Eintrittspreis 15 Euro), zu denen nicht mehr als 100 zahlende Gäste erscheinen. Die Konzerte müssen zu 100 Prozent live gespielt und bei der GEMA gemeldet sein.

Ina KeßlerIna Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, begrüßt Live 100 als bedeutsamen neuen Baustein im Förderportfolio: „Schon in der ersten Förderrunde können wir mehr als 8.500 Konzerte unterstützen. Damit ist Live 100 ein entscheidendes neues Element unserer Livemusikförderung. Die begünstigten Grassroot-Konzerte sind essenziell für junge Musikerinnen und Musiker zu Beginn ihrer Karrieren, um eine aussagekräftige Bühnenpräsenz zu entwickeln. Mit dem APPLAUS stärken wir bereits seit 2013 die öffentliche Aufmerksamkeit für die Belange der Clubmacherinnen und Clubmacher. Digi-Invest und TE-SA helfen den Clubs seit 2016 bei der technischen Modernisierung. Mit diesem Spektrum an Förderprogrammen und der Clubstudie, die in Kürze startet, wollen wir mit unseren Partnern wie LiveKomm oder BK Jazz die Livebranche weiter nachhaltig unterstützen.“

Weitere Infos zum Förderprogramm

Für das neue Programm stellt Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters mehr als 1,7 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen die Kleinkonzerte gefördert werden.

Alle Informationen zum Antrags- und Vergabeverfahren sind für die AntragstellerInnen ab sofort auf der Webseite der Initiative Musik verfügbar. Das Antragsverfahren läuft bis zum 23. Februar 2020, 18 Uhr.

APPLAUS 2019 zeichnet herausragende Livemusikprogramme aus

Applaus 2019 - Förderung von Musikspielstätten

Mit dem Musikpreis APPLAUS hat die Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters am 27. November 107 Liveclubs und Programmreihen im ganzen Land geehrt. Die „Auszeichnung für die Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ belohnt die Macherinnen und Macher hinter den engagiertesten Liveclubs und Veranstaltungsreihen mit einem Preisgeld von insgesamt fast 1,8 Millionen Euro – damit ist der APPLAUS einer der höchstdotierten Kulturpreise des Bundes.

Preisverleihung Applaus 2019 - Foto: Initiative Musik

Die Auszeichnungen für die Spielstätten des Jahres gingen dabei an:

  • Kategorie I – Quasimodo, Berlin
  • Kategorie II – Café Wagner, Jena

Quasimodo Berlin -Foto: Markus Werner - Initiative MusikDas Quasimodo im Westen von Berlin

ist eine legendäre Adresse für die Jazzszene aus der ganzen Welt. Anfang 2018 übernahm Fee Schlennstedt das Booking und führte den Club zurück zu seinen Wurzeln aus Jazz, Soul, Blues, Fusion und Funk. Das Team setzt dabei auf faire Vergütung aller Musikschaffenden und den nachhaltigen Wiederaufbau des Clubprofils – mit Erfolg: Das Quasimodo stellt zwischen Tradition und Innovation ein Programm auf die Beine, in dem Newcomerinnen und Newcomer genauso Platz finden wie Stars der Szene.

In Jena sorgt das Café Wagner

seit 18 Jahren für ein abwechslungsreiches Kulturangebot. Livemusik jeglicher Couleur ­­­­­– von Metal bis Jazz, von Elektro zu Musik aus der ganzen Welt – hat ihren Platz auf dieser Bühne. Der lokale Musiknachwuchs kann sich hier mit größeren Bands vernetzen. Dieses prämierte Programm wird basisdemokratisch gebucht, der Verein unterstützt aktiv Studierende und Kunstschaffende bei der Entwicklung ihrer künstlerischen Aktivitäten.

Programm des Jahres: Black Box Münster - Foto Reiner Scxhönfeld - Initiative MusikProgramm des Jahres: STAGE off LIMITS, Münster

Improvisierte Musik wird zunehmend facettenreicher, bei STAGE off LIMITS in der Black Box in Münster bekommen alle Farben und Genres die Chance, ein Publikum zu finden. Das „Programm des Jahres” bietet Musikbegeisterten einmal im Monat die Möglichkeit, zeitgenössische improvisierte und experimentelle elektronische Musik zu erleben. „Fast wichtiger ist jedoch, dass im Rahmen dieser Reihe Kreative aufeinandertreffen, zusammen musizieren und nachhaltig produktive Synergien schaffen“, so die Initiative Musik in ihrer Pressemitteilung

Preis für „Bestes ehrenamtliches Engagement“: Birdland, Neuburg an der Donau

Manfred Rehm organisiert seinen Jazzclub als gemeinnützigen Verein, der 250 Mitglieder zählt. Das Birdland ist über Jahrzehnte zu einer Topadresse für nationale und internationale Jazzkünstlerinnen und -künstler geworden. APPLAUS zeichnet diese Arbeit mit dem Preis für das „Beste ehrenamtliche Engagement“ aus.

Preis für „Gleichstellung“: Lila Eule, Bremen

Ausgezeichnet wird die Lila Eule in Bremen, die beständig ein Programm bietet, das alle Teile der Bevölkerung anspricht. Sie veranstaltet Konzerte und Partys für alle, egal welcher Religion, Hautfarbe, welchen Alters oder sozialen Backgrounds. Toleranz und Integration werden hier mühelos gelebt.

Sonderpreis der Jury: Inklusion Muss Laut Sein, Buchholz

Mit dem Sonderpreis der Jury wird eine Organisation geehrt, die sich durch besonderes gesellschaftliches Engagement um die Verbesserung der Livemusikszene verdient macht.
Seit 2009 bietet die soziale und gemeinnützige Organisation Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, zum Beispiel Konzerte oder Festivals zu besuchen, indem sie Informationen und Hilfe bereitstellt: zuerst nur online, seit 2015 auch durch ehrenamtliche Dienstleistungen. Inklusion Muss Laut Sein ermöglicht die selbstbestimmte Teilhabe am sozialen Leben, macht eine vielfältige Gesellschaft sichtbar und schafft unvergessliche Erlebnisse.

Weitere ausgezeichnete Spielstätten:

(Auswahl der bei Kneipenkonzerte.de gelisteten Preisträger)

179 Liveclubs erhalten Zuschüsse für Investitionen in digitale Aufführungstechnik

Neue Technik für den Stattbahnhof Schweinfurt - Foto: Sven Peks

Digi-Invest III für innovative Konzerterlebnisse

Mit der Förderung für die „Digitalisierung der Aufführungstechnik von Livemusikspielstätten in Deutschland“ (kurz Digi-Invest) können 179 Musikclubs in allen Bundesländern wichtige Investitionen in moderne digitale Technik vornehmen. Die Initiative Musik hat das bundesweite Programm mit der LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm) als Fachpartner bereits zum dritten Mal realisiert.

Ina Kessler von der Initiative Musik - Foto: Christoph Petras
Ina Kessler von der Initiative Musik – Foto: Christoph Petras

„Das Programm Digi-Invest ist ein wichtiger Teil der Clubförderung der Initiative Musik. Gerade die kleinen und mittelgroßen Musikclubs bieten jungen Musikerinnen und Musikern zu Beginn ihrer Karriere die entscheidende Bühne. Hier können sie sich künstlerisch ausprobieren und eine Fanbasis aufbauen. Die Clubs sind unverzichtbare Kulturorte und tragen sowohl in Metropolen als auch im ländlichen Raum zur popkulturellen Grundversorgung bei. Damit leisten die Clubmacherinnen und -macher einen wichtigen Beitrag für unsere einzigartige kulturelle Vielfalt in Deutschland,“ erklart Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik.

Förderung von Musikclubs

In der aktuellen Förderrunde unterstützt der Bund gemeinsam mit der Initiative Musik daher Musikclubs erneut bei der Modernisierung der technischen Grundausstattung, für die sonst die finanziellen Mittel fehlen würden. Der souveräne Umgang mit digitaler Technologie wird in vielen Genres immer wichtiger. Insbesondere für Newcomer*innen ist es essenziell, moderne Präsentationsmöglichkeiten – wie digitale Licht- und Soundtechnik – in einer Livesituation auf der Bühne austesten zu können. Diese Konzerterfahrungen vor Publikum sind unentbehrlich für die weitere künstlerische Entwicklung. Das Programm Digi-Invest fördert deshalb seit 2016 gezielt Musikclubs von unterschiedlicher Größe, Programmaktivität und musikalischer Ausrichtung.

„Die nun dritte Runde zeigt, dass das Programm dank der verstärkten Informationsmaßnahmen auch in weiteren Regionen ankommt. Dies unterstreichen die zahlreichen neuen Anträge aus allen Bundesländern. Bemerkenswert ist, dass der Anteil an digitaler Lichttechnik noch weiter gestiegen ist. Mit dieser Technologie gibt es viel bessere Möglichkeiten für eine spektakuläre Ausleuchtung der Bühne. Ein weiterer Bonus sind die Kosteneinsparungen beim Energieverbrauch, gerade in Zeiten eines steigenden ökologischen Bewusstseins innerhalb der Clubszene“ , so Axel Ballreich, 1. Vorsitzender der LiveKomm.

Antragsberechtigt waren Musikclubs mit einem festen Sitz in Deutschland, einer maximalen Kapazität von 2.000 Personen mit mindestens 24 Livemusikkonzerten im Vorjahr. Für die aktuelle Förderrunde stellte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) insgesamt eine Million Euro bereit. Von diesen Fördermitteln konnten bei Digi-Invest III insgesamt 179 Livemusikspielstätten profitieren. In der Förderdokumentation stellt die Initiative Musik Förderbeispiele aus allen 16 Bundesländern genauer vor. Hier zwei Beispiele:

Neue Technik für den Stattbahnhof Schweinfurt - Foto: Sven Peks
Neue Technik für den Stattbahnhof Schweinfurt – Foto: Sven Peks

Der Stattbahnhof, Schweinfurt, Bayern

„Nach 20 Jahren analoger Beleuchtung verfügt der Stattbahnhof nun über eine digitale Lichtanlage in beiden Sälen. Die neue Lichttechnik ermöglicht eine zeitgemäße Lichtshow und eine bessere Ausleuchtung der Bühne und Bands. Durch die Umstellung auf LED-Technik erhoffen wir uns eine wesentliche Senkung der Energiekosten. Dies erweitert unseren finanziellen Spielraum für die Realisierung von Konzerten und DJ-Bookings. Die Förderung hat uns bei der Technikmodernisierung enorm geholfen, uns auf unsere wesentliche Arbeit zu konzentrieren,“ freut sich Thomas Hübner, Geschäftsführer des Vereins KuK e.V. über die Förderung.

 

Lila Eule, Bremen

Michael Pietsch, Inhaber der Lila Eule in Bremen: „Als mittlerweile 60-jähriger Musikklub pendelt unser Programm charmant zwischen dem Gestern und dem Morgen. Mit der Förderung Digi-Invest haben wir uns aus der technischen Steinzeit in die moderne Akustikwelt der Zukunft katapultiert. Durch das professionelle Equipment werden jetzt nicht nur die Ohren unserer Gäste, sondern durch den geringeren Arbeitsaufwand auch unser Geldbeutel geschont.“

 

Popmusikförderung: Initiative Musik vergibt mehr als eine Mio. Euro an Musikprojekte

Popmusikförderung: Initiative Musik vergibt mehr als eine Mio. Euro an 78 Musikprojekte - Foto: MWA @ INI MU (Initiative Musik)

Die Initiative Musik fördert den musikalischen Nachwuchs aus Deutschland, sowohl im Inland als auch bei den ersten Schritten in ausländische Märkte. In der aktuellen Runde der KünstlerInnenförderung erhalten gleich 69 MusikerInnen oder Bands – gemeinsam mit Partnerunternehmen aus der Musikwirtschaft – finanzielle Unterstützung durch das deutsche Förder- und Exportbüro, wie die Initiative in einer Pressemeldung mitteilte. Daneben erhalten im Rahmen der Infrastrukturförderung weitere 9 Projekte eine Zusage.

Musikprojekte mit großem Potenzial

Die Auswahl der Projekte erfolgt durch eine zwölfköpfige Jury, in der auch der Komponist und Produzent Ralf Weigand mitwirkt. Er ist begeistert von den MusikerInnen, die in der 47. Förderrunde unterstützt werden. Auch Elke Kuhlen, Kulturmanagerin aus Köln, sieht in einer Vielzahl der Acts der aktuellen Runde viel Potenzial: „Planetoids aus Düsseldorf sind für mich die neuen Phoenix und Roosevelts in einer Band und ich tanze dazu im Schlafzimmer. Weiter hat mich die Leipziger Band Lassie mit ihrem Absurdismus und einer sehr gut gebuchten Tour begeistert.“

Infrastrukturförderung

Der Auf- und Ausbau von Strukturen für die Popularmusik in Deutschland steht im Fokus der Infrastrukturförderung des deutschen Förder- und Exportbüros. Unterstützt werden zum Beispiel Projekte, die günstige Rahmenbedingungen für KünstlerInnenaufbau und -entwicklung schaffen. Jurymitglied Stefanie Marcus vom Label Traumton Records zeigt sich dabei von den Exportaktivitäten des XJazz-Festivals überzeugt: „Mich freut besonders, dass die Jury beschlossen hat, das Berliner XJazz-Festival dabei zu unterstützen, ein internationales Festival-Netzwerk aufzubauen. Das XJazz hat in Berlin seit 2014 erfolgreich gezeigt, wie mit musikalischer Offenheit und Begeisterung ein insbesondere junges Publikum erobert werden kann. Grundsteine für ähnliche Veranstaltungen in Reykjavik, Istanbul, Ankara, Minsk und Tel Aviv sind gelegt und werden nicht zuletzt auch deutschen Newcomerbands in diesem Rahmen Auftritts- und Kooperationsmöglichkeiten im Ausland bieten.“

Gefördert werden auch der „Preis für Popkultur“, der im Oktober in Berlin verliehen wird, sowie der zweite Teil der „Studie zur Zukunft der Musiknutzung“. Beim Gemeinschaftsprojekt mehrerer Verbände und der Verwertungsgesellschaften der Musikwirtschaft wird untersucht, wie Musik aktuell und zukünftig entdeckt, gekauft und konsumiert wird.

Initiative Musik

Die Förderprogramme der Initiative Musik richten sich an professionelle KünstlerInnen und Musikunternehmen aus Deutschland. Die Initiative Musik hat in den vergangenen elf Jahren bereits über 3.300 Projekte von Rock bis Jazz unterstützt und so bei zahlreichen einzigartigen Karrieren zu Beginn einen wichtigen Beitrag geleistet. Unter den geförderten Musiker*innen sind z.B. AnnenMayKantereit, Bosse, Boy, Get Well Soon, Gurr, Fiva oder Mark Forster.

Die Projektmittel für die Programme der Initiative Musik stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung. Die Initiative Musik wird getragen von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Deutschen Musikrat sowie finanziell unterstützt von GVL und GEMA.

Der Abgabeschluss für Anträge zur 48. Förderrunde ist der 8. Oktober 2019.

Foto: 100 Kilo Herz aus Sachsen-Anhalt, MWA @ INI MU (Initiative Musik)